17. SMART CITY Forum Fachgespräch bei DIN in Berlin


DSC07209

Auf dem 17. SMART CITY Forum Fachgespräch am 27. September 2017 beim Deutschen Institut für Normung (DIN e.V.) in Berlin standen die Themen Standards, Europäische Smart City Initiative, Mobilitätslösungen für den urbanen Raum sowie die Digitalisierung im Quartier auf der Agenda.

Smart City ist steht langem bei Politik und Wirtschaft ganz oben auf der Agenda. Dementsprechend ist das Rennen um Standards eröffnet. Sehr viele Standards kommen aus Asien oder auch den USA. Bislang gibt es jedoch keine abstimmte internationalen Standards – und auch auf europäischen Ebene ist kein Regelwerk in Sicht. Die meisten derzeit international entwickelten Standards wollen Indikatoren für die Bewertung von Smart Cities und eine Referenzarchitektur für die Digitalisierung festlegen. Um die Besonderheiten gewachsener europäischer Smart Cities einzubringen, entwickeln DIN und das SMART CITY Forum eigene Standards für Smart Cities. Das im Jahr 2017 gegründete Smart City Standard Forum erarbeitet zusammen mit dem Deutschen Städtetag einen Referenzrahmen unter anderem in den Bereichen Urbane Logistik, Kreislaufwirtschaft, Wasserwirtschaft oder autonomes Fahren. Erste Ergebnisse werden in 2018 erwartet.


Europäische Smart City

Die Europäische Smart City Initiative EIP SCC aus den drei Generaldirektionen DG Connect, DG Energy und DG Move hat inzwischen 4.700 Mitglieder aus Unternehmen und Institutionen. Ziel ist es, die Digitalisierung in den Städten der Europäischen Union voranzubringen. Ein wesentlicher Erfolg der Initiative ist das Memorandum für offene Plattformen. Zukünftig werden Ausschreibungen nur noch an Unternehmen vergeben, die das Memorandum unterschrieben haben. Eine neue Initiative ist die „Aktionsgruppe Urban Mobility Cluster der EU“ mit den Themenfeldern Dekarbonisierung, Digitalisierung, Investment und Bürger. Hintergrund der Initiative ist die Frage oder vielleicht auch Angst, ob internationale Plattformen wie Uber oder Anbieter wie Tesla zukünftig die Mobilitätsangebote in Europa bestimmen werden. Fortgesetzt wird außerdem die massive Investition in Elektrobussen sowie das Thema elektrische Flotten unter der Leitung von [ui!] the urban institute.


Smarte Mobilitätslösung für den Urbanen Raum

Das Startup-Unternehmen Door2Door stellte seinen Ansatz für smarte Mobilitätslösungen für den urbanen Raum vor. Dabei wird den Kommunen eine Software für die Steuerung von Sharing-Diensten verschiedenster Fahrzeuge angeboten. Integriert werden können Busse, Taxis oder andere Flotten. Bürger können individuelle Fahrten buchen, ähnlich dem früheren Konzept der Anruf-Sammeltaxis, nur digital und mobil gesteuert und bequem zugänglich.


Neue Themen 2018

Das Smart City Forum will sich im kommenden Jahr mit neuen Themen befassen:

- Digitalisierung als Daseinsvorsorge. Bisher ist Digitalisierung eine freiwillige Aufgabe. Neu könnte sein, die Digitalisierung für die Kommunen als Pflichtaufgabe definieren. Das würde einen ganz neuen finanziellen und rechtlichen Rahmen setzen.
- Resilienz: digitale, städtische Infrastruktur und damit kritische Infrastruktur sowie Schutz und Sicherheit in der Smart Cities.
- Digitalisierung im Quartier: Es gibt sehr viele Gebäude in Deutschland und damit sehr großen Digitalisierungsmöglichkeiten von Energie, Heizung, Licht, Sicherheit auf Quartiersebene. Das SMART CITY Forum gründet eine Arbeitsgruppe zum Thema „Digitalisierung in Gebäuden und Quartiersmanagement“.